Einführung Sternfelder fotografieren mit Stativ

Da der Einstieg in die Astrofotografie für einige Hobby-Fotografen interessant ist, habe ich mich mal hingesetzt, und eine kleine Einführung zusammengeschrieben.

Das ist das erste Kapitel der Einführung in die Astrofotografie für Hobby-Fotografen. Die Links zu den weiteren Kapiteln werden auf dieser Seite bekannt gegeben:

https://tankredschmitt.wordpress.com/einfuhrung-astrofotografie/

Am einfachsten für den Anfang ist die Aufnahme von Sternfeldern vom Stativ aus. Dazu nimmt man Weitwinkelobjektiv bei Offenblende und möglichst hoher ISO, bei den neuen ISO-Wundern in DSLRs darf man da schon mal 3200 oder 6400 verwenden. Die Belichtungszeiten richten sich nach der Brennweite, um möglichst viel Licht zu sammeln lebt man normalerweise mit leicht eiförmigen Sternen. Außerdem kann man in der Nähe des Polarsterns länger belichten, da sich die Stern dort scheinbar langsamer bewegen.

FX

DX

Zeit

28mm

18mm

20-30s

36mm

24mm

15-20s

50mm

35mm

12-15s

75mm

50mm

8-10s

120mm

80mm

5s

 

So kommt man bei halbwegs dunklem Himmel schon zu recht brauchbaren Ergebnissen. Allerdings hat man bei Weitwinkelaufnahmen und in Horizontnähe in der Regel mit starken Helligkeitsgradienten im Bild zu kämpfen, die später aufwändige Nachbearbeitung erforderlich machen, wenn man den Kontrast stark steigern möchte. Das ist z.B. in im Milchstraßenbild gut zu sehen:

wpid111-Sommerdreieck_07-09-16_Zielbild.jpg

Milchstraße im Sommerdreieck – miky way in summer sky – 10x 30s, 18mm f/3.5 ISO1600

Sehr reizvoll sind auch stimmungsvolle Landschaftsaufahmen mit Sternen, die so ähnlich wirken wie die Externsteine unten. Dazu muss man aber eine Reihe von kurz belichteten Aufnahmen des Sternenhimmels stacken, für den Vordergrund wird eine separate, länger belichtete Aufnahme gemacht und anschließend in Photoshop montiert.

wpid142-121011_Milchstraße_Externsteine.jpg

Milchstraße über den Externsteinen – milky way at externsteine – 11.Oktober 2012, Sterne 3x 5min nachgeführt, Landschaft 3x 5min, 18mm f/5.6, ISO400

Das folgende Bild mit der Milchstraße entstand in Marstal auf der dänischen Insel Ærø. Der Standort war so dunkel, dass die hellste sichtbare Aufhellung die Lichtglocke von Kiel etwa 50km im Südwesten ist.

wpid129-130905_Milchstrasse.jpg

Milchstraße über der Ostsee – milky way at baltic sea – landscape 10min at 18mm f/3.5 ISO 400 – stars 12x 30s 18mm f/3.5 ISO 1600

Wenn das Rauschen der Kamera nicht zu groß ist kann man  auch mit einer Aufnahme brauchbare Bilder hinkriegen, hier ist allerdings etwas zu lange belichtet worde, daher sind die Sterne schon kurze Striche.

Milchstraße überm Leuchtturm - milky way at Flügge lighthouse

Milchstraße überm Leuchtturm – milky way at Flügge lighthouse – 62s 18mm f/3.5 ISO 800

Wichtig ist es, den eingebauten Darkframe-Abzug (Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtung) zu aktivieren.

Das Problem der Helligkeitsgradienten tritt umso stärker auf, je heller der Himmel ist, Dunst und die Nähe zu künstlicher Beleuchtung verstärken da das Problem enorm. Die Lichtglocke von Großstädten sind so oft über mehr als 20km sichtbar.

Hat man eine ältere Kamera mit schlechterem Rauschverhalten oder möchte man das Rauschen prinzipiell minimieren, nimmt man mehrere Aufnahmen auf, bei den hier verwendeten Bilder meist zwischen 10 und 20, danach wird der Effekt neuer Aufnahmen geringer (Für Fachleute: Das Signal-Rausch-Verhältnis steigt proportional zur Wurzel der Zahl der Aufnahmen, bei kurzen Belichtungen kann man mit 15-30 Aufnahmen gut arbeiten, darüber hinaus wird der Effekt zusätzlicher Aufnahmen immer geringer).

Die Aufnahmen werden dann per Software gestackt, für Anfänger empfehle ich DeepSkyStacker (Freeware für Windows), da geht das alles fast automatisch. Das Ergebnis speichere ich dann als Fits-Datei, die ich in Fitswork öffne. Dort entferne ich vorhandene Helligkeitsgradienten über die Funktion ebnen > variabel, dabei müssen wichtige Bildteile, die nicht geebnet werden sollen vorher markiert werden. Die Darstellung der Helligkeit stellt man mit dem Histogramm/Gamma-Werkzeug richtig ein.

Dann speichere ich das Ergebnis als 16Bit-Tiff für Photoshop. In Photoshop mache ich dann kanalweise Tonwertkorrektur, so dass die Berge im Histogramm in allen drei Kanälen bei etwa 20% liegen. Danach stelle ich die Helligkeit mit der Gradationskurve ein, außer benutze ich ganz gerne ein Entrauschungstool für den Hintergrund. in Photoshop montiere ich bei Bedarf auch den Vordergrund.

Dieses Bild des großen Wagens habe ich aus 8 Bildern für die Sterne plus einem für den Vordergrund gestackt, mit einer modernen Kamera kann man so etwas aber auch ohne Probleme in einer Aufnahme fotografieren:

wpid109-Ursa_Major-Summe-TWK_2.jpg

Großer Wagen – ursa major – 8x 2min, 50mm f/5.0, ISO400


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